Heilpraktikerin / Diplom Biologin
 

Die Blutegeltherapie ist eine schon lang bekannte, aber immer noch sehr aktuelle Therapie von Durchblutungsstörungen, Gefäßverschlüssen und entzündlichen Prozessen. Die Egel (Hirudo medicinalis) werden gezielt an den zu behandelnden Regionen angesetzt, wo es durch den Blutentzug und das Nachbluten der Wunde zur Auflösung der Stauungen kommt. Gleichzeitig hat der Speichel der Tiere entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften.

Wann werden die Blutegel eingesetzt?
Die Blutegeltherapie hat sich besonders bewährt bei:
erhöhtem Blutdruck, Krampfaderbeschwerden, Thrombosen, allg. Durchblutungsstörungen und Stauungen (z.B. Hämorrhoiden)
Schmerzhafte Gelenkarthrosen, rheumatische Erkrankungen und Gicht.


Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die Behandlung mit den Blutegeln ist in der Regel nicht schmerzhaft. Der Biss des Egels ist als kleines Pieken wahrzunehmen, vergleichbar mit einem Nadelstich. Anschließend kann es zu einem leichten Kribbeln kommen, das nach ein paar Minuten aufhört. Während der restlichen Behandlungszeit ist der Blutegel nicht zu spüren.

Wie lang saugt der Egel?
Bei der Behandlung lässt man den Blutegel so lang saugen, bis er von allein abfällt. Die Zeit kann zwischen 30 und 90 Minuten betragen. Normalerweis rechnet man mit einer Zeitspanne von 45 Minuten.

Wieviel Blut verliere ich?
Ein Egel nimmt während der Behandlung ca. 10ml Blut auf. Für die Zeit der Nachblutung rechnet man weitere 40ml Blut.

Wie lang blutet die Wunde?
Nachdem der Egel abgefallen ist, blutet die Wunde ca. 6-12 Stunden nach. Das Nachbluten ist Teil des Heilvorganges und sollte nicht unterbrochen werden. Als Wundauflage haben sich Damenbinden bewährt, die in regelmäßigen Abständen gewechselt werden.

Woher kommen die Egel?
Die Blutegel werden vor der Behandlung direkt in der Apotheke bestellt. Die Aufzucht der Tiere erfolgt in speziellen Zuchtanlagen. Aus hygienischen Gründen dürfen Blutegel nur einmalig angewendet werden.

Allgemeine Hinweise
Vor einer Behandlung ist es wichtig einige Dinge zu beachten:
•Trinken Sie genügend Wasser vor der Behandlung.
•Benutzen Sie kein Parfüm oder Seife an dem Tag der Behandlung.
•Konsumieren Sie keine Genussgifte vor der Behandlung (Nikotin, Alkohol…)
•Nehmen Sie sich im Anschluss an die Behandlung nichts vor. Sport oder andere Belastungen können eine zu große Belastung für den Kreislauf darstellen.
Bei einer Blutegelbehandlung lässt sich vorab nicht genau sagen, wieviel Zeit sie in Anspruch nimmt. Planen Sie deshalb bitte etwas mehr Zeit ein, um Komplikationen zu vermeiden.

Wann darf eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

Die Blutegeltherapie darf nicht durchgeführt werden bei
• Hämophilie-Patienten („Blutern“), sowie bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Marcumar®).
• Deutliche Blutarmut (Anämie, Hb unter 10 g/dl)
• Bekannte Allergien gegen Blutegel-Inhaltsstoffe (Hirudin, Histamin, etc.)
• Akute Magen- oder Darmgeschwüre
• Hauterkrankungen an der Bissstelle.
• Fortgeschrittene periphere Gefäßerkrankungen (pAVK ab Stadium III)
• Wundheilungsstörungen (z.B. bei Diabetes, starkes Übergewicht, etc.)
• Schwangerschaft
Als allgemeine Vorsichtsmaßnahme ist zu beachten, dass bei Menschen, die mit einer verstärkten Narbenbildung reagieren, die Blutegel nicht an gut sichtbaren Körperstellen angesetzt werden.

Besonders bewährt hat sich die Blutegeltherapie bei folgenden orthopädischen Erkrankungen:

 

  • Schulter- Arm- Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Rheuma
  • Arthrose