Heilpraktikerin / Diplom Biologin
 

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) in der Praxis

Die Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten und bekanntesten Therapieformen weltweit. Viele pflanzliche Inhaltsstoffe wurden in den letzten Jahrzehnten erforscht und bilden die Grundlagen für eine große Anzahl verschiedenster Medikamente. Oft sind diese Medikamente chemische Nachbauten einzelner Inhaltsstoffe oder Abwandlungen davon, die mit den eigentlichen Wirkstoffen kaum noch eine Verbindung haben. Nicht alle Beschwerden müssen medikamentös behandelt werden. Oftmals reicht die Gabe von Pflanzen vollkommen aus um die Beschwerden zu lindern. Die Pflanzen bieten uns von der Natur vorgegebene Kompositionen an Wirkstoffen, die in einem Labor niemals nachempfunden werden können.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden Pflanzen und Pflanzenteile, wie z.B. Blüten, Blätter und Wurzeln, verwendet. Die Anwendung kann als Tee, Tinktur, Salbe, Auflagen, Bäder, Inhalationen und Wickel erfolgen und ist damit sehr vielseitig. Welche Pflanzen in welcher Anwendungsform eingesetzt werden, wird individuell entschieden, um eine möglichst genaue und auf den Patienten angepasste Behandlung zu ermöglichen.

Heilpflanzen als Tee
Die klassische Anwendung von Arzneipflanzen in der Heilkunde ist die Teezubereitung. Ein Heilpflanzentee kann sowohl aus einer einzelnen Pflanze als auch aus einer Rezeptur von bis zu neun unterschiedlichen Pflanzen bestehen. Der Tee sollte über längeren Zeitraum bis zu dreimal täglich getrunken werden um seine volle Kraft zu entfalten.
In einigen Fällen ist es sinnvoll pflanzliche Präparate zu verschreiben, da die gewünschte Dosierung nicht über die Einnahme von Tees oder Tinkturen erreicht werden kann. Die Unterscheidung, wann welche Anwendung sinnvoll ist, ist abhängig vom einzelnen Patienten und den Beschwerden.


Anwendungsgebiete der Phytotherapie
Das Anwendungsgebiet der Phytotherapie ist sehr vielseitig. Wir kennen klassischerweise die Phytotherapie bei Magen- und Darmerkrankungen und Erkältungen. Darüber hinaus bietet sich aber noch ein weites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Der Einsatz von Pflanzen hat sich neben den oben genannten Beschwerden auch in vielen anderen Bereichen bewährt:

- Frauenleiden (Menstruationsbeschwerden, unregelmäßiger Zyklus, unerfüllter Kinderwunsch)
- Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, Blähungen)
- Leber- und Gallenleiden
- Hauterkrankungen
- Nieren- und Blasenerkrankungen
- Hormonelle Ungleichgewichte
- Schwermetallausleitung (z.B. Amalgamfüllungen)

Des Weiteren eignet sich ein gezielter Einsatz von Kräutern sehr gut als begleitende Maßnahme bei Fasten- oder Frühjahrskuren zur Blutreinigung und Entschlackung.