Heilpraktikerin / Diplom Biologin
 

Schröpfen zählt zu den ältesten Heilmethoden überhaupt. Bei dieser Therapie werden Saugglocken auf den Rücken des Patienten gesetzt, die dort einen Unterdruck erzeugen. Durch diesen Reiz wird das unterliegende Gewebe verstärkt durchblutet und der Lymphfluss angeregt. Dies führt zu einer Anregung des Immunsystems und zur Schmerzlinderung.
Da sich auf unserem Rücken Reflexzonen befinden, die Bezug zu dem Rest des Körpers nehmen, kann man über das Schröpfen nicht nur lokale Verspannungen am Rücken lösen, sondern auch gezielt andere Körperregionen ansprechen.


Drei Arten des Schröpfens:

Die Schröpfkopfmassage: Die zu behandelnde Körperregion wird vorab eingeölt. Anschließend wird ein Schröpfglas aufgesetzt und damit in Bahnen über den Körper gestrichen. Das Öl ermöglicht ein sanftes Gleiten des Schröpfkopfes auf der Haut, weshalb die Schröpfkopfmassage als sehr angenehm empfunden wird. Gleichzeitig gehört sie zu den intensivsten Massageformen, da durch den Unterdruck auch tiefliegende Gewebe angesprochen und gelockert werden.

Trockenes Schröpfen (unblutiges Schröpfen): Bei dieser Technik werden die Schröpfköpfe gezielt auf Verspannungen oder Reflexzonen am Rücken gesetzt und dort für 10-15 Minuten belassen. Als Hauptindikation gelten „kalte“ und „leere“ Gewebsverhärtungen. Das heißt, dass diese Areale sich bei einer leichten Massage farblich nicht ändern, also nicht rot werden. Das Gewebe ist schlecht durchblutet und reagiert nur schwer auf Reize. Durch das Schröpfen wird der Blut- und Lymphfluss gezielt angeregt, so dass diese Areale wieder verstärkt erwärmt und gelockert werden.

Blutiges Schröpfen: Blutiges Schröpfen wird im Allgemeinen bei „Füllezuständen“ angewendet. Dazu gehören Bluthochdruck, Entzündungen und „heiße“, schmerzhafte Gewebsverhärtungen. Die Areale auf denen die Schröpfköpfe aufgesetzt werden sollen, werden desinfiziert, mit einer Lanzette leicht angeritzt und anschließend die Schröpfköpfe aufgesetzt. Sie bleiben, ähnlich wie beim trockenen Schröpfen, 10-15min auf der Haut. In dieser Zeit entweicht etwas Blut aus dem Gewebe und wird im Schröpfkopf aufgefangen, wodurch es zur Entlastung des gestauten Gewebes kommt. Die Behandlung wird beendet sobald die Blutung von allein stoppt. Die Wirkung der Behandlung ist nicht Abhängig von der Menge des Blutes. Oft handelt es sich nur um ein paar Tropfen.

Allgemeine Hinweise
• Die Art der Anwendungen und die Häufigkeit der Wiederholungen sind abhängig von der Erkrankung und vom Therapieverlauf. Die Spielräume bewegen sich zwischen 2-mal in der Woche bis einmal im Monat.
• Im Anschluss an eine Schröpfbehandlung bleiben an den behandelten Zonen Hämatome (blaue Flecke). Diese verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage.
• Schröpfen ist kontraindiziert bei Hämophilie (Bluterkrankheit), Schwangerschaft, Hauterkrankungen und Ekzeme, Krebserkrankungen.

Anwendungsgebiete:
•Verspannungen
•Kopfschmerzen, Migräne
•Ohrensausen, Tinnitus
•Chronische Sinusitis
•Asthma, Bronchitis
•Leichter Bluthochdruck
•Stärkung des Immunsystems
•Verdauungsstörungen